Die Hofdächer sind in Bau

Derzeit werden in den beiden Innenhöfen des Hessischen Landesmuseums die Stahlkonstruktionen der zukünftigen Hofüberdachungen eingebaut. Die Anbringung der Glaselemente auf der Trägerkonstruktion wird wahrscheinlich Anfang September erfolgen.

Diese neuen Stahl-Glas-Dächer gehören mit zu den wichtigsten Elementen beim Umbau des Museumsgebäudes. Erst durch sie wird in Zukunft die Einbeziehung der Höfe in den Ausstellungsrundgang möglich. Und nur so lässt sich im Erdgeschoss überhaupt eine geschlossene Führungslinie mit einer barrierefreien Erschließung verwirklichen, die es dort bislang nicht gab.

Vielmehr war es so, dass die Tordurchfahrten in den Seitenflügeln den nördlichen und den südlichen Teil des Erdgeschosses voneinander trennten und nur durch den Antikensaal in der Mitte eine Verbindung existierte. Das stellte ursprünglich – also bei der Museumseröffnung 1913 – kein Problem dar, sondern war durchaus beabsichtigt. Denn die solcherart separierten Räume dienten damals auch verschiedenen Zwecken: Während im nordöstlichen Erdgeschoss die astronomischen und physikalischen Instrumente, Uhren und dergleichen ausgestellt waren, befanden sich im Nordwesten Sonderausstellungsräume. Im Südflügel erstreckte sich hinter dem Antikensaal ein Ausstellungsraum für die antike Kleinkunst, daneben waren ein Raum für Architekturteile und Modelle vorgesehen sowie ein ohnehin nicht öffentlich zugängliches Depot.

Vor der Schließung des Museums 2008 wurde im Erdgeschoss die Ausstellung der Vor- und Frühgeschichte gezeigt. Hier vermisste man die Möglichkeit eines einheitlichen Rundgangs sehr deutlich. In Zukunft wird diese Sammlungsabteilung ebenfalls wieder das Erdgeschoss einnehmen, nun allerdings einschließlich der beiden Höfe. Das eröffnet für die Ausstellungskonzeption ganz neue Möglichkeiten. An der architektonischen Erscheinung der Hofräume wird sich dabei bis auf die etwas höhergelegten Fußböden und einige für den Rundgang notwendige Türdurchbrüche kaum etwas ändern. Ihr ursprünglicher Außenraumcharakter bleibt weiterhin ablesbar.

Die Gestaltung der Stahl-Glas-Dächer ist so zurückhaltend wie möglich ausgefallen. Wie die aktuellen Fotos erkennen lassen, handelt es sich bei der Konstruktion um ein einfaches Raster aus stärkeren Trägern und leichten Querriegeln. Hier werden abschließend die Glasplatten aufmontiert, die eine einheitlich durchgehende Dachfläche ergeben. Die leichte Neigung zu den äußeren Gebäudeflügeln hin dient der Ableitung des Regenwassers. Die Wandflächen oberhalb des zukünftigen Daches haben bereits einen neuen Putz erhalten. Bis allerdings auch die Wände unter den Dächern verputzt sind, die Arbeitsgerüste abgebaut werden und wir die neuen Hofräume endlich in ihrer ganzen Ausdehnung erleben können, werden noch einige Wochen vergehen. Wir freuen uns jetzt schon darauf!

Autor: Frank Pütz

 

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