Halloween in Hessen?

Vor vier Wochen in der Redaktionssitzung klang die Idee schlüssig. Wir legten die Themen der kommenden Texte fest, und ich schlug einen Beitrag über „Halloween in Nordhessen“ vor. Denn schließlich soll der Blog des Landesmuseums nicht nur über die Neueinrichtung des Museums, sondern auch über die eine oder andere nordhessische Eigenart berichten. Wie feiert man also hier in Kassel und Umgebung Halloween? Gibt es lokale Bräuche oder ein nordhessisches Halloween-Mahl? Weiterlesen

Die Stele von Ellenberg (Guxhagen) – eine Fundgeschichte

Anfang des letzten Jahrhunderts wunderte sich der Lehrer Scheufler aus Ellenberg über größere Steine, die bei der Feldbestellung auf einem nahe gelegenen Acker zutage kamen. Er meinte, es könne sich um ein vorgeschichtliches Grab handeln und meldete seine Beobachtung der Museumsverwaltung in Kassel. Die Besichtigung der Fundstelle bestärkte seinen Verdacht, und tatsächlich kamen bei Ausgrabungen im Oktober 1907 Reste von einem Grabhügel zutage. Man fand einen Steinkreis von etwa 9 m Durchmesser und eine zentral gelegene Steinpackung, die ursprünglich sicher menschliche Überreste und Grabbeigaben enthielt. Funde von Gefäßscherben legten ein steinzeitliches Alter des Grabes nahe (nach heutigem Kenntnisstand zwischen 2800 und 2200 v. Chr.). Weiterlesen

Zweiter Blick in die Restaurierungswerkstatt

Nachdem Sie beim „Ersten Blick in die Restaurierungswerkstatt“ die Diplom-Restauratorin Anne Becker und ihre Arbeit an der prachtvollen Prunkkanne kennen gelernt haben, stellen wir Ihnen heute ein weiteres interessantes Kunstwerk vor, welches in der neuen Dauerausstellung des Hessischen Landesmuseums in restauriertem Zustand zu sehen sein wird. Es handelt sich um vier zum Teil fragmentarisch erhaltene Felder einer gotischen Kirchenverglasung, die um ca. 1310/1320 datieren. Sie stammen aus der Pfarrkirche St. Maria in Winnen, das heute zu Allendorf im Landkreis Gießen gehört. Die Glasfenster bestehen aus farbigen, mit Bleiruten verbundenen Scheiben und stellen vier weibliche Heilige dar. Zu erkennen sind unter anderem Maria, die das Jesuskind im Arm hält und Schleier, Blattkrone und Rosenstrauch trägt, sowie die heilige Katharina mit ihren Marterwerkzeugen Schwert und Rad. Zwei weitere Heilige können derzeit nicht näher identifiziert werden, wobei die Attribute einer Figur gänzlich fehlen und bei der anderen Darstellung Palmwedel und Buch auf ein Martyrium verweisen.

Darstellungen auf der gotischen Kirchenverglasung: Heilige mit Palme und Buch, Heilige mit Kopftuch, Maria mit Jesuskind, die heilige Katharina (v.l.n.r.)

Darstellungen auf der gotischen Kirchenverglasung:
Heilige mit Palme und Buch, Heilige mit Kopftuch, Maria mit Jesuskind, die heilige Katharina (v.l.n.r.)

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Die Sammlung Vor- und Frühgeschichte

Das Hessische Landesmuseum in Kassel ist geschlossen – auch die Abteilung Vor- und Frühgeschichte. Nichts desto trotz gibt es viel zu tun, wobei fast die Hälfte der Arbeitszeit der Mitarbeiter auf die Pflege der Sammlung entfällt. Grund genug, sie an dieser Stelle einmal näher vorzustellen. Weiterlesen

Feldpostbriefe als historische Quelle

Feldpostbriefe können uns viel über den Alltag eines Soldaten im Krieg erzählen. Sie vermitteln einen anschaulichen und sehr persönlichen Einblick in die Gefühlswelt des Schreibenden, geben jedoch auch Aufschluss über die Versorgungslage, das Kampfgeschehen und die Unterkunft. Für die Soldaten im Ersten Weltkrieg bedeuteten sie die einzige mögliche Form der Kontaktaufnahme und Kommunikation mit ihrer Familie und ihren Freunden in der Heimat. Diese erhielten mit jedem eintreffenden Brief ein weiteres Lebenszeichen von der Front. Weiterlesen