Die Sammlung Vor- und Frühgeschichte

Das Hessische Landesmuseum in Kassel ist geschlossen – auch die Abteilung Vor- und Frühgeschichte. Nichts desto trotz gibt es viel zu tun, wobei fast die Hälfte der Arbeitszeit der Mitarbeiter auf die Pflege der Sammlung entfällt. Grund genug, sie an dieser Stelle einmal näher vorzustellen.

Die Sammlung Vor- und Frühgeschichte in Kassel gibt es bereits seit rund 300 Jahren. Ihre Anfänge reichen bis an den Beginn des 18. Jahrhunderts zurück, als Landgraf Carl einige Hügelgräber in der Mader Heide bei Gudensberg untersuchen ließ. Im Laufe der Zeit ist sie fast kontinuierlich angewachsen. Nur wenig ging im Zweiten Weltkrieg verloren. Heute erfasst sie den überwiegenden Teil aller archäologischen Funde, die in Nordhessen geborgen werden: Schmuck, Geräte und andere Hinterlassenschaften des Menschen aus einem Zeitraum von rund 600.000 Jahren.

Im Mittelpunkt der Sammlungsarbeit steht die Dokumentation der eingehenden Funde. Sie werden sortiert, mit Inventarnummern versehen und in einer Datenbank mit Angaben zur Fundstelle, zur Art der Auffindung, zu Material, Form, Abmessungen und Datierung beschrieben. Die Datenbank erlaubt die rasche Suche nach bestimmten Objektgruppen, zum Beispiel nach Steinbeilen, Bronzenadeln oder menschlichen Skelettresten. Die Inventarnummern garantieren, dass jedes Objekt, das einmal erfasst worden ist, auch wieder identifiziert und mit den zugehörigen Informationen verbunden werden kann.

Wie wichtig diese Ordnung ist, wird klar, wenn man sich den Umfang unserer Sammlung vor Augen führt. Sie umfasst gegenwärtig 3.643 Kartons (jeder 47 cm lang, 24 cm breit und 20 cm hoch) mit vor- und frühgeschichtlichen Funden. Würde man sie alle aufeinander stapeln, ergäbe sich ein Turm von 728,60 m Höhe.

Eine Auswahl besonders schöner und spannender Stücke wird in der neuen Dauerausstellung des Hessischen Landesmuseums in Kassel zu sehen sein.

Autor: Andreas Sattler

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