Halloween in Hessen?

Vor vier Wochen in der Redaktionssitzung klang die Idee schlüssig. Wir legten die Themen der kommenden Texte fest, und ich schlug einen Beitrag über „Halloween in Nordhessen“ vor. Denn schließlich soll der Blog des Landesmuseums nicht nur über die Neueinrichtung des Museums, sondern auch über die eine oder andere nordhessische Eigenart berichten. Wie feiert man also hier in Kassel und Umgebung Halloween? Gibt es lokale Bräuche oder ein nordhessisches Halloween-Mahl?

Doch so einfach sollte es nicht werden. Nach einer spontanen Umfrage im Kollegen- und Freundeskreis wurde klar: Vermutlich feiert man Halloween in Nordhessen – wenn es denn überhaupt gefeiert wird – genauso wie in Südhessen und wahrscheinlich auch im Rest der Bundesrepublik. Die Kleinen ziehen verkleidet von Haustür zu Haustür und einige Große vergnügen sich auf einer der vielen Halloween-Partys, die Jahr für Jahr veranstaltet werden. Natürlich auch verkleidet.

Was dahinter steckt

Die Nacht vom 31. Oktober auf den 1. November wird in den USA schon lange gefeiert. Neben Thanksgiving und Weihnachten handelt es sich wohl um das beliebteste aller Feste im Jahreslauf. Inzwischen hat sich ein ganzer Markt rund um das „Gruselfest“ gebildet. Dieser reicht von Kostümen über Dekorationen für Haus und Garten bis hin zu Rezepten und Bastelanleitungen für die schönste Kürbislaterne. Ursprünglich soll es sich aber um ein Fest der Kelten handeln, welches irische Einwanderer Ende des 19. Jahrhunderts in die Vereinigten Staaten gebracht haben sollen. Dies ist jedoch bis heute wissenschaftlich nicht belegt.

Spätestens seit Ende des letzten Jahrtausends ist das Fest auch im restlichen Europa bekannt. Es gibt allerdings auch kritische Stimmen zum Gruselfest. Einige christliche Institutionen zum Beispiel befürchten, dass das kommerzielle Fest das Gedenken an die Heiligen an Allerheiligen (1. November) störe oder den Reformationstag (31. Oktober) vergessen lässt. Auch wird kritisiert, dass Halloween im heutigen Sinne wie auch der Valentinstag und der Muttertag eine Erfindung der Wirtschaft sei, um die (Konsum-)Lücke zwischen Ostern und Weihnachten zu schließen.

Doch was treiben die Nordhessinnen und -hessen nun in der Nacht der Nächte?

Trick or Treat?

„Süßes, sonst gibt’s Saures!“ – das ist der Spruch mit dem Kinder im ganzen Land am 31. Oktober von Tür zu Tür gehen, um sich Süßigkeiten zu erbetteln. Wird ihnen der Wunsch abgeschlagen, rächen sie sich mit „Saurem“, wie beispielsweise Sturmklingeln, Krachmachen oder Zahnpasta an die Türklinke schmieren.

Ein anderer Brauch, der auch hier in der Region bekannt ist, besteht im Kürbis schnitzen oder verzieren. Dabei schnitzt man gruselige Fratzen in große Kürbisse und leuchtet diese mit einem Leuchtmittel aus. Dabei entstehen schöne schaurige „Gesichter“, die sich gut vor der Haustür oder auf der Fensterbank machen. Früher wurden für diesen Zweck vor allem frisch geerntete Futterrüben, auch Dickwurz genannt, verwendet. Auch diese wurden mit Gesichtern verziert und mit einer Kerze oder ähnlichem ausgeleuchtet. Diesen Herbstbrauch nennt man Rübengeister und er ist in ganz Deutschland bekannt. Heute lässt sich ein Unterschied zwischen den Rübengeistern und den Jack O’Lantern, wie man die ausgehöhlten Halloweenkürbisse in den USA nennt, nicht mehr feststellen.

Feiern Sie Halloween? Welche Bräuche kennen Sie? Gibt es bei solch einem globalisierten Fest überhaupt regionaltypische Rituale? Nutzen Sie unsere Kommentarfunktion und schreiben Sie uns!

P.S.: Was passiert, wenn Eltern ihren Kindern fälschlicherweise erzählen, dass sie ihre Halloween-Süßigkeiten aufgegessen haben, können Sie bei US-Talker Jimmy Kimmel erfahren. Dieser rief erstmals 2011 Eltern auf, Videos von der Reaktion ihrer Kinder auf eben diese Beichte einzusenden. Über die sozialen Netzwerke verbreiteten sich die Videos mit dem Titel „Hey Jimmy, I told my kids I ate all their Halloween candy“ rasend und jedes Jahr kommen neue hinzu.

Autorin: Almuth Kölsch

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