Barbara Häcker: Restauratorin für archäologisches Kulturgut

Barbara Häcker arbeitet seit Mai 2013 als Restauratorin für die MHK. Sie stammt aus dem Kasseler Raum und hat das Hessische Landesmuseum schon als Schülerin besucht. Nun ist sie selber an der Neueinrichtung des Hauses beteiligt. Welche Aufgaben ihr dabei zukommen und was eine Restauratorin für archäologisches Kulturgut eigentlich macht, erklärt sie uns in einem Interview.

Barbara Häcker

 

 

 

 

 

 

 

Liebe Frau Häcker, wovon halte ich Sie gerade ab?

Im Moment arbeite ich an einem Beitrag für den Blog des Hessischen Landesmuseums. Es soll um die sogenannte Rheinfelstafel gehen: ein mosaikartig zusammengesetztes Gemälde aus verschiedenfarbigen Steinen, das im 18. Jahrhundert entstand.

Das ist ein recht junges Stück. Ihrer Ausbildung nach sind Sie aber eigentlich Restauratorin für archäologisches Kulturgut. Was heißt das genau und worin liegt das Besondere Ihres Materials?

Restauratorin für archäologisches Kulturgut heißt, dass ich mich mit archäologischen Funden beschäftige, also mit Dingen, die unter der Erde lagerten und dort gefunden wurden. Gegenstände des mittelalterlichen oder neuzeitlichen Kunsthandwerks sind demgegenüber meist über der Erde erhalten. Das Besondere des archäologischen Materials liegt in seiner Vielseitigkeit: Keramik, Stein und Metall. Auch Organisches wie Bernstein, Knochen oder Elfenbein kann dazu zählen. Diese Vielfalt macht für mich auch den Reiz meiner Spezialisierung aus.

Wenn man sich in Ihrem Atelier umschaut, sieht man Gegenstände aus ganz verschiedenen Zeiten: Gefäße aus der Bronzezeit, eisenzeitliche Halsringe, auch eine mittelalterliche Skulptur. Was genau machen Sie mit diesen Dingen?

Als Restauratorin versuche ich sie ihrer ursprünglichen Form wieder anzunähern und damit für den Museumsbesucher erlebbar zu machen, dann aber auch ihre individuelle Geschichte zu zeigen. In einem gewissen Sinn hat ja jedes Objekt eine „Biographie“: Es wird hergestellt, benutzt, irgendwann vielleicht umgearbeitet, dann vergessen oder verloren, schließlich wiederentdeckt und in eine Privatsammlung oder ein Museum überführt. Das hinterlässt Spuren – Gebrauchsspuren und Ähnliches –, und die sollte der Besucher auch sehen.

Welche Aufgaben haben Sie im Rahmen der Neueinrichtung des Hessischen Landesmuseums?

Ich bin hauptsächlich für die Exponate der Sammlung Vor- und Frühgeschichte zuständig, d. h. ich prüfe ihren Zustand und restauriere und konserviere sie wenn nötig, bevor sie in die neue Dauerausstellung kommen. Daneben bin ich beim Verpacken der Objekte für den Umzug beteiligt, auch bei der Planung ihrer Anbringung in den Vitrinen. In beiden Fällen achte ich darauf, dass die Exponate keinen Schaden nehmen.

Was meinen Sie, warum sollen Besucher ins Hessische Landesmuseum kommen?

Weil es von der Geschichte unserer Region erzählt, von den ältesten menschlichen Zeugnissen bis hin zur deutschen Wiedervereinigung. Besonders auf die Reaktionen zum Ausstellungsbereich Volkskunde bin ich gespannt. Viele der dort gezeigten Objekte kennen die Besucher aus ihrem eigenen Leben. Sie werden daher auch ganz persönliche Erinnerungen mit ihnen verbinden.

Und wie würden Sie die neue Dauerausstellung mit drei Schlagworten beschreiben?

Erhellend – bereichernd – persönlich.

Frau Häcker, vielen Dank für das Interview.

Die Fragen stellte Andreas Sattler.

Ein Gedanke zu „Barbara Häcker: Restauratorin für archäologisches Kulturgut

  1. Pingback: Zweieinhalb Jahre Blog des Hessischen Landesmuseums in Kassel – ein Resümee | Hessisches Landesmuseum in Kassel

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.