Josephine Schmücker: Bei ihr nehmen Ideen Gestalt an

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Nun steht es fest: Das Hessische Landesmuseum wird im Dezember 2016 seine Tore wieder für seine Besucher öffnen. Bis es soweit ist, gilt es, das Interesse der Öffentlichkeit zu wecken und die Menschen über die neue Dauerausstellung zu informieren. Das Kommunikationsteam der MHK arbeitet dafür in der heißen Phase vor der Wiedereröffnung mit der Kasseler Grafikerin Josephine Schmücker zusammen.

Liebe Frau Schmücker, vielen Dank, dass Sie sich Zeit für dieses Interview nehmen. Woran arbeiten Sie gerade?

Im Moment gestalte ich den Flyer für das Hessische Landesmuseum, der Lust auf die Neueröffnung machen soll. Es ist das erste Kommunikationsmittel der Marketing-Kampagne für das Museum, das nun umgesetzt wird. Der Flyer wird Anfang März mit auf die Tourismusmesse nach Berlin gehen. Das ist wichtig, da die Veranstalter ja schon für 2017 planen.

Sie sind selbständige Grafikdesignerin in Kassel. Wie sind Sie in die Kampagne zur Neueröffnung des Hessischen Landesmuseums eingebunden?

Vor ungefähr einem Jahr habe ich mich das erste Mal mit Cornelia Ziegler, die das Marketing der MHK leitet, zusammengesetzt und mit ihr auch die Museumsbaustelle angeschaut. Dann haben wir gemeinsam das Kampagnenkonzept durchdacht und die Idee entwickelt. Die besondere Herausforderung ist, im Vorfeld etwas zu bewerben, was es noch gar nicht gibt, und trotzdem schon etwas Konkretes zu zeigen. Wir brauchten eine Idee, die die Leute bei ihrer Neugier packt. Auch dass im Landesmuseum eine sehr komplexe Thematik gezeigt wird, hat die Kampagnenidee beeinflusst. Wir werden mit den Motiven nun Einblicke in das Museum geben, die schrittweise mehr verraten und zeigen. Nun kommt die Zeit, alles, was die Eröffnung nach außen transportiert, umzusetzen: Dazu gehören Flyer, Poster, Postkarten, Anzeigen und so weiter. An dieser Schnittstelle zu arbeiten, ist toll und macht mir viel Spaß.

Sie betreuen mit Ihrer Designarbeit vor allem Kulturveranstaltungen und -einrichtungen und öffentliche Institutionen. Was reizt Sie besonders am kulturellen Bereich?

Den Kunst- und Kulturbereich empfinde ich als sehr bereichernd. Auch privat spielen Musik, Tanz und Kunst eine große Rolle in meinem Leben und ich würde es fast als Luxus bezeichnen, dass ich mich auch beruflich damit beschäftigen darf. Für die MHK habe ich 2005 erstmals gearbeitet und Drucksachen für drei Rembrandt-Ausstellungen gestaltet. Es ist ein sehr belohnendes Gefühl, wenn die Arbeit nicht nur Freude macht, sondern man auch die Öffentlichkeit mit seinen Inhalten erreicht und mein Sohn beispielsweise sagt: „Mama, guck mal, da ist Dein Plakat!“. Im kulturellen Bereich treffe ich viele tolle Menschen, die für ihre Sache brennen. Das ist dann eine wechselseitige Inspiration.

Hatten Sie diesen Berufswunsch schon als Kind?

Ich wollte nicht explizit Grafikdesignerin werden, hatte aber schon immer Freude daran, mich künstlerisch auszudrücken. Als gelernte Goldschmiedin habe ich Schmuck entworfen, ich zeichne gerne und mag das handwerkliche Gestalten. Mich fasziniert es, wenn Ideen, die erst im Kopf sind, später Gestalt annehmen.

Wie würden Sie die neue Dauerausstellung im Hessischen Landesmuseum in Kassel mit drei Eigenschaften beschreiben?

Ich denke, dass es eine sehr moderne Präsentation der drei Sammlungen sein wird. Und die Ausstellung schlägt einen unheimlich großen Bogen von der Altsteinzeit zur jüngsten Vergangenheit – ist also sehr umfassend. Und wenn es gelingt, dass der Besucher eine Verbindung  zum Jetzt herstellt, ist der Besuch des Museums identitätsfördernd und -stiftend.

Warum sollten Besucher ab Dezember in das Hessische Landesmuseum in Kassel kommen?

Im Landesmuseum wird man viel zur regionalen Geschichte lernen können. Es ist gut zu wissen, woher man kommt. Aber es wird auch eine Metaebene erzählt, die mit dem Menschsein an sich zu tun hat. Man erfährt, wie sich unsere Kultur unter dem Einfluss von Klima, Glaubensströmungen oder politischen Großereignissen entwickelt hat. Da werden viele Zusammenhänge verständlich, und das spricht nicht nur das regionale Publikum, sondern alle Besucher an, egal ob jung oder alt.

Vielen Dank für das Gespräch!

Das Interview führte Elisa Schubert

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