Im Druck – Ausstellungstexte und Grafiken entstehen im Hessischen Landesmuseum

Texte und Grafiken sind wichtige Informationsträger im Museum. Sie sollen auf interessante und unterhaltsame Weise über die ausgestellten Objekte und ihre kulturgeschichtlichen  Zusammenhänge informieren. Die Texte zur neuen Dauerstellung im Hessischen Landesmuseum in Kassel liegen vor; alle benötigten Zeichnungen und Fotografien sind vorhanden. Nun müssen sie an den Wänden und Vitrinen der neuen Dauerausstellung angebracht werden – eine aufwendige Arbeit, die viel Geschick erfordert. Wir schauen den Mitarbeitern der Firma Eicher Werkstätten über die Schulter.

An den Vitrinenmöbeln führt der Siebdruck zu den besten, das heißt schönsten und haltbarsten Ergebnissen. Als ‚Sieb’ dient ein feines Polyestergewebe, das mit einer Fotoemulsion beschichtet ist. So vorbereitet, kann das Gewebe – ähnlich wie der Film eines analogen Fotoapparates – mit dem Motiv der Druckvorlage belichtet und anschließend entwickelt werden. An den unbelichteten Stellen bleiben die Maschen des Gewebes offen; belichtete Bereiche werden durch die Fotoemulsion verschlossen. Es entsteht eine Schablone, mit deren Hilfe das ausgewählte Motiv auf die zu bedruckende Oberfläche übertragen werden kann.

Während die Vorbereitung der Siebe in der Werkstatt erfolgt, findet der eigentliche Druck im Museum statt. Dabei wird Farbe mit dem Druckrakel – einem besonderen Gummispachtel – durch die offenen Maschen des Polyestergewebes auf die zu bedruckende Fläche gedrückt. Neben Textfeldern lassen sich auch mehrfarbige Zeichnungen auf diese Weise erstellen, wobei die Grafiken in mehreren Druckvorgängen mit Hilfe verschiedener Schablonen aufgebaut werden.

Auch beim Anbringen großer Wandgrafiken kommen Schablonen zum Einsatz. Diese werden zunächst für jede zu druckende Farbe, die in der Grafik vorhanden ist, aus selbstklebender Folie zugeschnitten. Anschließend werden die Schablonen dann nacheinander an die Wand geklebt und je zweimal mit der Farbwalze überstrichen. Wichtig ist, dass die Farben genau in der richtigen Reihenfolge aufgebracht werden. Im Unterschied zum feinen Siebdruck, der für glatte Oberflächen geeignet ist, kann beim Wandschablonieren die Farbe in die Höhen und Tiefen der rauen Oberfläche verteilt werden.

Die neue Dauerausstellung im Hessischen Landesmuseum nimmt also zunehmend Gestalt an. Wir freuen uns auf das Ergebnis. Allein im Erdgeschoss werden – neben zahlreichen Siebdrucken – acht große Wandbilder die Besucher in die Vergangenheit entführen.

Autor*in: Elisa Schubert und Andreas Sattler

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