Reproduktionen aus der Sammlung des Deutschen Tapetenmuseums in der neuen Dauerausstellung des Hessischen Landesmuseums

Die neue Dauerausstellung des Hessischen Landesmuseums in Kassel greift in verschiedenen Bereichen ihrer Präsentation auf die Sammlung des Deutschen Tapetenmuseums zurück. Um ein Bild der bürgerlichen Wohnkultur vom frühen 19. bis ins frühe 20. Jahrhundert zu vermitteln, wird zeitgenössisches Mobiliar vor der typischen Wandbekleidung ausgestellt. Aus den reichhaltigen Beständen des Deutschen Tapetenmuseums wurden passende Tapeten ausgewählt, die mit Unterstützung der Marburger Tapetenfabrik und mithilfe eines digitalen Verfahrens nachgedruckt und inzwischen auch angebracht wurden.

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Der Mann für alle Fälle: Interview mit Benjamin Groß

Es war nicht ganz einfach, einen gemeinsamen Termin für ein Interview mit Herrn Groß zu finden. Jetzt wissen wir warum: Benjamin Groß, Haustechniker bei der Museumslandschaft Hessen Kassel und unter anderem für das Hessische Landesmuseum zuständig, ist ein viel beschäftigter Mann. Selbstironisch beschreibt er sein Stellenprofil als „Mädchen für alles“, denn wenn‘s brennt, ist er sofort zur Stelle. Darum sind wir umso mehr erfreut, dass er sich Zeit für uns genommen hat, um ein wenig aus dem Arbeitsalltag zu erzählen.

Trotz Kabelsalat behält er den Überblick: Benjamin Groß, Haustechniker bei der MHK. Weiterlesen

Wohin mit all dem Stroh?

Wer derzeit über Land fährt, erfreut sich an weiten, goldgelben Kornfeldern. Teils wird schon geerntet, und große gerollte Strohballen liegen auf den Fluren. Verwendet wird das Stroh heute vorwiegend in der Landwirtschaft. Doch im frühen 18. Jahrhundert lieferte es das Ausgangsmaterial für virtuose Kunstwerke, wie sie sich noch heute in der Sammlung Angewandte Kunst erhalten haben. Ein Brettspielkasten, zwei Würfelbecher, zahlreiche Spielkarten, Spielmarken und selbst Würfel – sie alle besitzen Oberflächen aus raffiniert zusammengesetzten und eingefärbten Strohhalmen! Im neuen Hessischen Landesmuseum in Kassel werden diese Raritäten erstmals wieder ausgestellt werden.

Carl Hinrich Hering, Spiele mit Strohauflagen, Braubach am Rhein, 1724.

Carl Hinrich Hering, Spiele mit Strohauflagen, Braubach am Rhein, 1724.

 

 

 

 

 

 

 

 

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Ein Landgraf gräbt aus – Frühe Feldforschung auf der Mader Heide

Landgraf Carl auf einem zeitgenössischen Portrait. Künstler: wohl Hermann Hendrik II de Quiter (tätig 1700 bis 1731).

Landgraf Carl auf einem zeitgenössischen Portrait. Künstler: wohl Hermann Hendrik II de Quiter (tätig 1700 bis 1731).

Als vor einigen Jahren unserem durchlauchtigsten und großmächtigsten Landgrafen von Hessen, unserem allergnädigsten Fürsten und Landesvater, von gewissen Leuten die Nachricht zu Ohren gekommen war, daß nicht weit von der goldführenden Eder auf einer unfruchtbaren Feldlage, die die Anwohner des benachbarten Dorfes Maden die Maderheyde nennen, viele aus Rasenstücken errichtete Grabhügel zu sehen wären, ließ er diese bei seiner einmaligen Vorliebe für heimatliche Altertümer in seiner Gegenwart öffnen, um zu sehen, ob vielleicht unter ihnen alte Denkmäler verborgen wären.

So die einleitenden Worte des Marburger Universitätsprofessors Johann Hermann Schmincke in einer Abhandlung aus dem Jahr 1714. Schmincke berichtet darin über die Bergung vorgeschichtlicher Funde durch Landgraf Carl (Regierungszeit von 1670 bis 1730) auf der Mader Heide bei Gudensberg. Der Landgraf – bekannt für seine Vorliebe für Wissenschaft und Kunst – war offenbar auch an archäologischen Funden interessiert. Dabei boten ihm die Grabhügel der Mader Heide sicher ein leicht erkennbares und vielversprechendes Ziel.

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