Johannes Boehlau (1861–1941)

Als der junge Archäologe aus dem Schuldienst […] an das Museum Fridericianum berufen wurde, hatte die ringsumgrünte Stadt noch das freundlich würdige Antlitz der kurfürstlichen Residenz. […]. Viel zu tun gab es nicht; die Arbeit wurde morgends, kaum begonnen, mit ausgedehntem Frühschoppen im fröhlichen Kreis wieder beschlossen. […].Tage und Wochen streifte er draußen durch das Hessenland, um mit dem Spaten die heimische Vorgeschichte zu erhellen. Stille Stunden waren der Numismatik vorbehalten, in der ein Kreis trefflicher Privatsammler anregenden Gedankenaustausch pflegte.

Johannes Boehlau um 1891.

Johannes Boehlau um 1891.

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Vorsicht zerbrechlich…

Langsam finden alle Objekte ihren Platz in den neuen Ausstellungsräumen des Hessischen Landesmuseums – von großen schweren Skulpturen, die nur mit entsprechendem Equipment und viel Manpower an ihren Platz gebracht werden können, bis hin zu fragilen Kunstwerken, die oft gerade einmal handtellergroß sind.

Zu letzteren zählt ein besonderes Meisterwerk der Steinschneidekunst: ein Bergkristallpokal des Mailänder Meisters Annibale Fontana.

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Striche, die es auf den Punkt bringen

Mit wenigen Strichen erweckt Felix Kramer Figuren und Szenerien zum Leben. „Trickfilm-Journalismus“ nennt er das. Und tatsächlich sind seine Filme mehr als bloße Trickfilme oder Cartoons: Es sind „Erklärfilme“ mit einer großen Prise Witz und Humor, die oft komplexe Dinge einfach darstellen und auf den Punkt bringen. Im Moment arbeitet der Student der Kasseler Kunsthochschule an einem Film über das Hessische Landesmuseum, das Ende November in Kassel wieder eröffnet.

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willkomm(en) zurück

WilkommDer sog. Katzenelnbogische Willkomm aus vergoldetem Silber zählt zu den kunstvollsten und historisch bedeutungsvollsten Prunkgefäßen des deutschen Spätmittelalters. Der heute unbekannte Goldschmied gestaltete die schwere Schenkkanne nach dem Vorbild geböttcherter, weidenumflochtener Holzkannen und schmückte das „darstellende“ Tafelgerät zudem mit weiteren phantastischen Elementen. So sind etwa die Füße des Willkomms als Wachttürme gestaltet und der Ausguss als Greif mit ausgebreiteten Schwingen. An der festlichen Tafel diente die repräsentative Prunkkanne für heißen Gewürzwein zum Ausschank des Willkommenstrunks an die Gäste.

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