»Die klassische documenta« von 1956. Arnold Bode und die Alten Meister

Kabinettausstellung im Schloss Wilhelmshöhe, 12. Januar bis 17. April 2016

Blick in den Rembrandt-Saal im Hessischen Landesmuseum, 1956, Archiv MHK

Blick in den Rembrandt-Saal im Hessischen Landesmuseum, 1956, Archiv MHK

Im Hessischen Landesmuseum in Kassel wurde nicht immer hessische Landes- und Kulturgeschichte ausgestellt. In seinen über 100 Jahren erlebte das Haus eine wechselvolle Nutzungsgeschichte. Weiterlesen

Stück für Stück …

… nehmen die Ausstellungsräume im Hessischen Landesmuseum in Kassel Gestalt an. Während der Aufbau der Ausstellungsmöbel in den Bereichen Angewandte Kunst und Volkskunde weiter voran geht, stehen nun auch im Bereich Vor- und Frühgeschichte im Erdgeschoß die ersten Vitrinen. Das gibt uns Gelegenheit, einen Blick auf die neuen Ausstellungsmöbel zu werfen.

Wir freuen uns über den Fortgang der Arbeiten und werden weiter darüber berichten!

Autor: Andreas Sattler

Interview mit Anne Becker: Restauratorin für Kunsthandwerk

Die Restauratoren und Restauratorinnen der Museumslandschaft Hessen Kassel sorgen nicht nur dafür, dass sich die Objekte den Besuchern im Museum von ihrer besten Seite zeigen können. Sie entschlüsseln auch historische Herstellungs- und Bearbeitungsmethoden, erforschen alte Materialien und erhalten die Sammlungsstücke für nachfolgende Generationen.  Zu ihnen zählt Frau Anne Becker, die seit November 2000 als Restauratorin für Kunsthandwerk bei der MHK tätig ist. Wie sie nach Ihrem Studium der Restaurierung archäologischer, kunsthandwerklicher und volks- und völkerkundlicher Objekte in Stuttgart schließlich nach Kassel kam, verrät sie uns in einem Interview in ihrer Restaurierungswerkstatt.

Diplomrestauratorin Anne Becker in ihrer Werkstatt

Diplomrestauratorin Anne Becker in ihrer Werkstatt

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Weihnachten im Jahr 1491

Es war der Weihnachtstag des Jahres 1491, als Papst Innozenz VIII. dem von einer Pilgerreise aus dem Heiligen Land heimkehrenden Landgrafen Wilhelm I. von Hessen in Rom ein kostbares Prunkschwert und einen perlenbestickten Hut überreichte. Mit diesen geweihten Kleinodien war dem hessischen Landgrafen die höchste päpstliche Auszeichnung zuteil geworden. Der Hut ist verloren, doch hat sich das mächtige Schwert bis heute in Kassel erhalten.

Papstschwert Wilhelms I., 1490  Hieronymus von Sutri Silber, vergoldet, Email, Stahl Rom

Papstschwert Wilhelms I., 1490
Hieronymus von Sutri
Silber, vergoldet, Email, Stahl
Rom

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Die „Schwälmer Stube“ und die Sehnsucht nach der Volkskultur

Bereits das im Jahr 1913 eröffnete Hessische Landesmuseum präsentierte in der neu entstandenen volkskundlichen Abteilung auch eine sog. „Schwälmer Stube“. Dabei handelte es sich um eine Wohnstube und ein Schlafzimmer, dessen Möbel und weitere Ausstattungsgegenstände der Marburger Amtsgerichtssekretär Emil Wessel im Auftrag des Museums zusammengetragen hatte – eine ganze Bandbreite von typischem Gebrauchsgerät eines Schwälmer Haushaltes, zum Teil in mehrfacher Ausführung. Insgesamt waren etwa 170 Objekte in den beiden Stuben verteilt: Teller, Kannen und Krüge aus Irdenware, Zinnteller, mehrere Lampen, 2 Schwälmer Brautstühle, 4 Bauernstühle, 2 Tische, Eckbank, Eckschränkchen, Standuhr, Butterschrank im Schlafzimmer, Schüsselbretter, Tassenkorb, Kaffeeschlitten, Mausefalle, ein prächtiger Ofen (der nicht aus der Schwalm stammt), Tintenzeug, Nähkästchen, Löffelkörbchen, alles hübsch verziert, Bett, Wiege, Bibel, Pfeife an der Wand und Bildschmuck, Blechdöschen mit Nähutensilien, Brautkorb sowie Trachtenteile.

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„… dem braven Kinde in den Schuh“

Pfeffernüsse, Dominosteine, Spekulatius und französische Walnüsse standen auf der Angebotsliste, die Edeka-Kundinnen und -Kunden in den 1960er-Jahren die Entscheidung abnehmen sollte, was sie ihren Kindern zu Nikolaus in den Stiefel stecken sollten. Allerdings nur „dem braven Kinde“, wie die Überschrift betont.

Edeka-Angebotsliste zu Nikolaus, 1960er-Jahre

Edeka-Angebotsliste zu Nikolaus, 1960er-Jahre

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Von Speiseschwertern und Teufelszinken

Das Messer – welches vom Althochdeutschen mezzir oder mazsahs kommend so viel wie „Speiseschwert“ bedeutet – ist neben dem Löffel das älteste und bis ins 16. Jahrhunderts mit diesem oftmals einzige Esswerkzeug bei Tisch.

Zwei Löffel aus Achat, vergoldetem Silber und Email, 1. Drittel 18.Jh., Hessen

Zwei Löffel aus Achat, vergoldetem Silber und Email, 1. Drittel 18.Jh., Hessen

Im Mittelalter waren einfache Gebrauchsmesser und Löffel aus Holz oder Horn als persönliches Essbesteck üblich, die spätestens ab dem 15. Jahrhundert in einem Lederfutteral am Gürtel mitgeführt wurden. Dieser lederne Köcher wurde ursprünglich als Besteck bezeichnet und war damit Namensgeber unseres heutigen Bestecks als zusammenpassende Garnitur verschiedener Esswerkzeuge. Die dreizinkige Gabel, nicht zu verwechseln mit der zweizinkigen Vorlegegabel, sollte nördlich der Alpen jedoch erst wesentlich später und gegen große Widerstände ihren Platz als persönliches Essgerät finden. Weiterlesen

Zerbrechliche Schätze (Teil II) – „Venedisches“ Kristallglas aus Kassel

Sand, Kalk und Soda bzw. Pottasche – mehr Bestandteile braucht es kaum um bei ca. 600 °C die rotglühende Glasmasse entstehen zu lassen, aus der kundige Hände die fragilsten Kunstwerke zu formen verstehen. Doch der Weg vom frühen grünen Waldglas bis zum begehrten, klar durchsichtigen Weißglas war lang und dessen erfolgreiche Herstellung nicht nur vom Wissen um die Verwendung der entsprechenden Rohstoffe und deren chemische Prozesse abhängig, sondern ebenso von den Fortschritten im Ofenbau und in der Gewinnung von Holzkohle. Weiterlesen

Es ist Reisezeit (II)…

… und gerne erwirbt man währenddessen das eine oder andere Souvenir als Erinnerung an diese schönen Tage. Das war früher nicht anders als heute, auch wenn die Gründe für eine Reise im Mittelalter oder der Frühen Neuzeit nicht vergleichbar mit unseren heutigen Urlaubsreisen waren. So spielten neben den beruflich notwendigen Reisen, etwa von Kaufleuten, Handwerksgesellen oder Schaustellern, vor allem Pilgerreisen zu Orten, die sich durch Reliquien oder Wundererscheinungen auszeichneten, eine wichtige Rolle.

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Zerbrechliche Schätze (Teil I) – von gläsernen Schlangen und Drachen

Greifen wir heute zu einem Glas, etwa einem Weinglas, ist uns kaum bewusst, dass gerade das klare, dünnwandige Glas an den frühneuzeitlichen Höfen Europas ein begehrtes Luxusobjekt war. In Venedig zur höchsten künstlerischen Vollendung gebracht, wurde es ab Mitte des 16. Jahrhunderts als sog. „venedisches Kristallglas“, „weißes Glas“ oder „Glas vom Tage“ auch an den landgräflichen Hof in Kassel importiert. Weiterlesen