Zweiter Blick in die Restaurierungswerkstatt

Nachdem Sie beim „Ersten Blick in die Restaurierungswerkstatt“ die Diplom-Restauratorin Anne Becker und ihre Arbeit an der prachtvollen Prunkkanne kennen gelernt haben, stellen wir Ihnen heute ein weiteres interessantes Kunstwerk vor, welches in der neuen Dauerausstellung des Hessischen Landesmuseums in restauriertem Zustand zu sehen sein wird. Es handelt sich um vier zum Teil fragmentarisch erhaltene Felder einer gotischen Kirchenverglasung, die um ca. 1310/1320 datieren. Sie stammen aus der Pfarrkirche St. Maria in Winnen, das heute zu Allendorf im Landkreis Gießen gehört. Die Glasfenster bestehen aus farbigen, mit Bleiruten verbundenen Scheiben und stellen vier weibliche Heilige dar. Zu erkennen sind unter anderem Maria, die das Jesuskind im Arm hält und Schleier, Blattkrone und Rosenstrauch trägt, sowie die heilige Katharina mit ihren Marterwerkzeugen Schwert und Rad. Zwei weitere Heilige können derzeit nicht näher identifiziert werden, wobei die Attribute einer Figur gänzlich fehlen und bei der anderen Darstellung Palmwedel und Buch auf ein Martyrium verweisen.

Darstellungen auf der gotischen Kirchenverglasung: Heilige mit Palme und Buch, Heilige mit Kopftuch, Maria mit Jesuskind, die heilige Katharina (v.l.n.r.)

Darstellungen auf der gotischen Kirchenverglasung:
Heilige mit Palme und Buch, Heilige mit Kopftuch, Maria mit Jesuskind, die heilige Katharina (v.l.n.r.)

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