Weihnachten im Jahr 1491

Es war der Weihnachtstag des Jahres 1491, als Papst Innozenz VIII. dem von einer Pilgerreise aus dem Heiligen Land heimkehrenden Landgrafen Wilhelm I. von Hessen in Rom ein kostbares Prunkschwert und einen perlenbestickten Hut überreichte. Mit diesen geweihten Kleinodien war dem hessischen Landgrafen die höchste päpstliche Auszeichnung zuteil geworden. Der Hut ist verloren, doch hat sich das mächtige Schwert bis heute in Kassel erhalten.

Papstschwert Wilhelms I., 1490  Hieronymus von Sutri Silber, vergoldet, Email, Stahl Rom

Papstschwert Wilhelms I., 1490
Hieronymus von Sutri
Silber, vergoldet, Email, Stahl
Rom

Weiterlesen

Von Speiseschwertern und Teufelszinken

Das Messer – welches vom Althochdeutschen mezzir oder mazsahs kommend so viel wie „Speiseschwert“ bedeutet – ist neben dem Löffel das älteste und bis ins 16. Jahrhunderts mit diesem oftmals einzige Esswerkzeug bei Tisch.

Zwei Löffel aus Achat, vergoldetem Silber und Email, 1. Drittel 18.Jh., Hessen

Zwei Löffel aus Achat, vergoldetem Silber und Email, 1. Drittel 18.Jh., Hessen

Im Mittelalter waren einfache Gebrauchsmesser und Löffel aus Holz oder Horn als persönliches Essbesteck üblich, die spätestens ab dem 15. Jahrhundert in einem Lederfutteral am Gürtel mitgeführt wurden. Dieser lederne Köcher wurde ursprünglich als Besteck bezeichnet und war damit Namensgeber unseres heutigen Bestecks als zusammenpassende Garnitur verschiedener Esswerkzeuge. Die dreizinkige Gabel, nicht zu verwechseln mit der zweizinkigen Vorlegegabel, sollte nördlich der Alpen jedoch erst wesentlich später und gegen große Widerstände ihren Platz als persönliches Essgerät finden. Weiterlesen

Erster Blick in die Restaurierungswerkstatt

Gut ausgeleuchtet wird die Prunkkanne aus Elfenbein und Silber im Hessischen Landesmuseum (HLM) in Kassel stehen. Sie gehört zu einem der besonders prunkvollen Objekte in der neuen Dauerausstellung. Doch bis das Exponat letztendlich in der Vitrine ausgestellt wird, braucht es einiges an Vorarbeit. Während das Konzept der Ausstellung hauptsächlich von den Sammlungsleiterinnen erarbeitet wurde, arbeiten sie doch eng mit den Restauratorinnen und Restauratoren zusammen. Denn sie sind die Experten, wenn es um die Exponate geht. Sie kennen die Materialität der Objekte am besten, beurteilen ihren Zustand und kümmern sich um ihre Verwahrung im Depot. Weiterlesen

Ein rätselhafter Depotfund

Eine neue Dauerausstellung zu konzipieren heißt, altbekannte Exponate auszuwählen und für die Ausstellung zu beschriften, aber auch ungewöhnliche, manchmal sogar spektakuläre Entdeckungen im eigenen Depot zu machen. Über manche dieser Neuendeckungen ist kaum etwas bekannt. Andere wurden von Forschern schon bearbeitet, geben den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Museums aber dennoch Rätsel auf. Ein solches Kunstwerk ist eine Medaille aus Silber, die der Leiterin der Sammlung Angewandte Kunst, Dr. Antje Scherner, in den Münzschränken des Depots in die Hände fiel. Es handelt sich um ein Werk, das in engem Zusammenhang zu Leonhard Kern (1588 – 1662) steht. Kern gilt als einer der wichtigsten Bildhauer des Barock in Deutschland. Auch in der Kasseler Sammlung ist er vertreten – zu Lebzeiten Landgraf Carls sogar mit mehreren Skulpturen aus Elfenbein.

Weiterlesen